Für die Einkommensstudie des WdF wurden 718 Managerinnen und Manager schriftlich von Triconsult befragt. Zum 28. Mal wurde damit eine solide Bestandsaufnahme der Führungsgehälter vorgelegt, "ein Bild der österreichischen Wirklichkeit", wie Dr. Paul Jankowitsch mit einem Seitenhieb auf diverse Hochrechnungen formulierte. Während das Jahreseinkommen der ersten Führungsebene im Schnitt 176.800 Euro erreicht, erzielen Führungskräfte der zweiten Ebene ein Jahressalär von 107.300 Euro und in der dritten Ebene liegen die Durchschnittwerte im abgelaufenen Jahr bei knapp 77.800 Euro.
Jahresgesamteinkommen und Jahresgrundgehalt
Das Jahresgrundgehalt beinhaltet das jährliche Bruttoeinkommen inklusive der 13. und 14. Gehälter, nicht jedoch allfällige Sonderzahlungen wie Leistungs- oder Erfolgsprämien, Tantiemen, Bilanzgeld, Boni, Gratifikationen etc.
Das Jahresgesamteinkommen umfasst sämtliche Geldleistungen des Unternehmens
mit Ausnahme der reinen Spesenersätze.
Zum Nachhören: Dr. Josef über die Höhe der Einbußen (als .mp3)
Nach Führungsebenen verteilten sich die beiden 2009 wie folgt:
1. FE 2. FE 3. FE
Jahresgesamteinkommen 176.800 107.300 77.800
Jahresgrundgehalt 135.100 91.800 70.600
64% der Führungskräfte der ersten (60% in zweiten) Ebene erhalten einen wesentlichen Teil ihres Einkommens erfolgsabhängig, bei internationalen Arbeitgebern steigt dieser Anteil sogar auf 79% (1. Ebene) bzw. 73 % (2. Ebene). Gewinn und Zielerreichung waren hier die Hauptkriterien, ausbezahlt wird in den meisten Fällen bar, immerhin aber 12% (1. Ebene) erhalten Optionen oder Anteile des Unternehmens.
Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das nominell Einkommensverluste auf allen Führungsebenen. In der dritten Managementebene verdienen die Befragten im Schnitt insgesamt um 5% weniger als im Jahr 2008, in der zweiten Ebene beträgt der Verlust 2009 in Summe 7% und die erste Ebene verzeichnet um 5% im Schnitt gesunkene Jahreseinkommen (brutto).
Dr. Paul Jankowitsch, WdF-Vorsitzender, zusammenfassend zu den aktuellen Daten: „Damit wird deutlich, dass die Manager dieses Landes keine abgehobene Kaste sind, sondern dass sie ihr Einkommen ebenso den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen wie alle übrigen ArbeitnehmerInnen".
Zum Nachhören: Dr. Jankowitsch über Gehaltssysteme und Einbußen (als .mp3)
Unterschiede nach Branche und Geschlecht
Die Entwicklung der einzelnen Branchen spiegelt sich auch in den Gehältern der Führungskräfte: Während Rohstoffe, Papier und Chemie in der ersten Führungsebene die Einkommen anheben konnten, ind die Gesamteinkommen der Top-ManagerInnen in den Branchen „Maschinen", „Elektrotechnik" und Finanzdienstleistungen" deutlich gesunken.
Gewaltig ist die Schere bei den Spitzenmanagerinnen, sie erhalten mit 110.900 Euro im Schnitt um 70.000 weniger als ihre Kollegen (181.300). Vor allem fallen die überdurchschnittlichen Einkommensverluste der Frauen auf.
Zum Nachhören: Dr. Josef über die Gehaltsunterschiede (als .mp3)
Dienstautos & Mobilität
Ein Detail zu den betrieblichen Nebenleistungen: Bei den Dienstfahrzeugen hat VW/Audi die Nase deutlich vorne, während Audis von 39% der Topmanager gefahren werden, sind 44% der Manager der dritten Führungsebene VW-Benützer.
Nach wie vor sind es rund 16 Überstunden pro Woche, die Führungskräfte leisten müssen. Im Schnitt sind Angehörige der ersten Führungsebene 60 Tage pro Jahr für das Unternehmen unterwegs, in der zweiten Führungsebene sind es 43 Tage und in dritten Führungseebene immerhin auch 34 Tage.
Gehaltssteigerungen 2010
Deutlich weniger als die Hälfte der Befragten hat für 2010 bereits eine Steigerung des (Grund)Gehalts vereinbart, allerdings mit Zurückhaltung in der ersten Führungsebene (plus 4,7% bei den vier von 10 Führungskräften, die eine Gehaltserhöhung vereinbart haben).
Zum Nachhören: Dr. Josef über die Entwicklungen für 2010 (als .mp3)
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Rückfragehinweis:
Mag. Roland Graf
Lothringerstraße 12
A-1030 Wien
Tel: +43/1/712 65 10
r.graf@wdf.at


