Vorarlberg

Bildung in Österreich - Quo vadis?

Mag. Kurt Koleznik, Generalsekretär der Österreichischen Fachhochschul-Konferenz über Bildung

02.11.2017, 18:00 - 21:00 Uhr

Mag. Kurt Koleznik und Mag. (FH) Michael WalserGerne berichten wir über die außergewöhnlich spannende Veranstaltung des WdF Vorarlberg mit dem Generalsekretär der Österreichischen Fachhochschulkonferenz, Mag. Kurt Koleznik.

Unter dem Motto Hinterarlberger bringen wir Vorarlberger vor den Vorhang, die ihre Wirkungsstätte östlich des schönsten Bundeslandes der Welt gefunden haben. ;-) 

Österreich liegt im Mittelfeld – Beim Thema Bildung in Österreich wie in vielen anderen Bereichen auch. Doch wie gelingt es, sich in einem Anwendungsbereich in der Elite zu positionieren? Sich vom Mittelmaß zur Weltspitze vorzuarbeiten?

Der Generalsekretär der Österreichischen Fachochschul-Konferenz Mag. Kurt Koleznik nennt dazu in seinem Vortrag für das Wirtschaftsforum der Führungskräfte an der FH Vorarlberg 7 Herausforderungen, die zu bewältigen sind.
 

7 Herausforderungen für die universitäre Bildung in Österreich

Russland genießt den Ruf, eine außerordentliche Schachnation zu sein - und das nicht unbegründet. Die Voraussetzung dafür: Es bedarf einer klaren Vision und einer geeigneten Strategie, um sich zur Weltspitze vorzuarbeiten.

Fokus

2017 liegt der Anteil von Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss je nach Berechnungsmodus zwischen 16% und 31% - und damit bei ca. 2/3 dessen, was europäisches Bildungsziel für 2025 ist: Eine Akademikerquote von 50%. In hoch komplexen, spezialisierten Märkten werde es darunter nicht gehen.

Herausforderung 1: Fokussierung auf globale Spitzenpositionen.

Wettbewerb 

Wer sich bei seiner Ausbildung am internationalen Top-Niveau ausrichtet, orientiert sich an bekannten, klingenden Namen. So entstehen Ausbildungsstätten, in denen Lehrende, Studierende, Absolventen und Netzwerkpartner den Bildungsstandort zu einer attraktiven Marke werden lassen. Das setzt eine gemeinsame Vision und ein authentisches Leitbild voraus. Auch wenn eine Hochschule kein Unternehmen ist, muss sie unternehmerisch handeln: Das Richtige tun ... und es richtig tun.

Herausforderung 2: Sich dem Wettbewerb stellen.

Finanzierung

Eine gesunde Finanzierung erleichtert universitäre Spitzenleistungen – am Besten, wenn die erforderlichen Mittel aus unterschiedlichen Quellen stammen: Nicht nur die öffentliche Hand ist herausgefordert, Hochschulen über klare Leistungsvereinbarungen zu finanzieren. Eine Zusammenarbeit mit interessierten Unternehmen und philanthropischen Mäzenen öffnet ganz neue Möglichkeiten.

Herausforderung 3: Neue Wege in der Finanzierung beschreiten.

Kooperationen

Fruchtbare Kooperationen sind mehr als das gegenseitige Besuchen von Ausbildungsstätten und Unterzeichnen eines Memorandum of Understanding. Wirklich zukunftsträchtige Kooperationen werden durch Institute eingegangen, die ganz unterschiedliche Kernkompetenzen einbringen: Wenn Spitzenforschung in der Mikrotechnik sich mit Spitzenforschung in der Medizin verbindet, können dadurch völlig neue Anwendungen entstehen.

Herausforderung 4: Über den Tellerrand blicken.

Exzellenz

Wer sich mit der Wettbewerbslogik im Hochschulbereich beschäftigt, kommt um den Exzellenz-Gedanken nicht herum – und erkennt, dass exzellente Ergebnisse kaum von Einzelpersonen alleine auf die Beine gebracht werden. Exzellenz bedarf der Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachgebiete, Persönlichkeiten und Sichtweisen unter Berücksichtigung des konkreten gesellschaftlichen Kontexts.

Herausforderung 5: Vom elitären Standesdenken zum konkreten gesellschaftlichen Nutzen.

Qualität

Maßnahmen zur Qualitätssicherung haben die Hochschulbildung fraglos beflügelt und hinderliche politische Einflüsse eingeschränkt. Gleichzeitig behindern sie die Kreativität und das lebendige Zusammenspiel der Kräfte. Auch Hochschulen müssen sich der Frage stellen, welche Qualitätsstandards zweckdienlich sind und wo sie zum Ausdruck einer wenig produktiven Selbstverliebtheit verkommen.

Herausforderung 6: Qualitätssicherung mit Maß und Ziel.

Diversität 

Diversität ist der größte Feind der Exzellenz. Sie fordert dazu heraus, einen Sachverhalt in größtmöglicher Breite zu betrachten, während Exzellenz auf den schmalen Grat der Spitze abzielt. Und doch sind beide Aspekte auch für universitäre Spitzenleistungen unabdingbar.

Herausforderung 7: Unterschiedliche Betrachtungsweisen als Innovationstreiber nutzen.

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Hinterarlberger – Das neue Format des WdF Vorarlberg

Bildung in Österreich - quo vadis? Eine Veranstaltung des Wirtschaftsforum der Führungskräfte Vorarlberg mit Mag. Kurt KoleznikMit der Veranstaltung „Bildung in Österreich – Quo vadis?“ hat das Wirtschaftsforum der Führungskräfte Vorarlberg am 2.11.2017 an der FH Vorarlberg das neue Format Hinterarlberger eröffnet.

Mit diesem Angebot stellt das WdF Vorarlberger vor den Vorhang, die jenseits des Arlbergs deutliche berufliche Spuren hinterlassen haben. Sie geben Einblick in ihre Arbeitsfelder, berichten über aktuelle Herausforderungen und stehen beim anschließenden Netzwerken auch zum persönlichen Gespräch zur Verfügung.

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