Kärnten

Das saubere Geschäft mit dem Müll

Unterkärntner Unternehmer macht seit Jahrzehnten aus Abfall wieder Wertstoff

27.03.2018, 17:00 Uhr

Wieder einmal bot das WdF seinen Mitgliedern einen exklusiven Einblick in Kärntner Unternehmen. Diesmal öffnete die Firma Kruschitz am Werksstandort in Völkermarkt ihre Tore. Das Unternehmen befasst sich mit Lösungen für ein zeitgemäßes Recycling von Abfällen, insbesondere der Wiederverwertung von Kunststoffen. In Völkermarkt wurde dazu vor fast zwanzig Jahren eine hochmoderne PET-Recycling-Anlage in Betrieb genommen.

 

Der geschäftsführende Gesellschafter Werner Kruschitz empfing die Mitglieder im März im Werk 1 in Völkermarkt. Er umriss die Entstehungsgeschichte des Unternehmens seit den 50er-Jahren, die Meilensteine wie den Bau der ersten Recycling-Anlage 1990 oder Highlights wie die Inbetriebnahme einer Bottle-to-Bottle-Anlage und die Unternehmenserweiterung 2008 durch den Bau des Werks 2 in Kühnsdorf. Kruschitz präsentierte den Gästen die einzelnen Prozessschritte im Werk, von der Anlieferung durch Altstoffsammler über die Lagerung, Reinigung und Grobsortierung bis hin zu den komplexeren prozesstechnischen Schritten der Vermahlung, Feinsortierung und Folienherstellung bzw. Verpackung des Granulats. Für den Produktionsprozess sieht Kruschitz die größten Herausforderungen bei der Qualität und Verschmutzung der Kunststoffe. Altware aus dem Ausland muss abgenommen werden, um die Kapazitäten gut auszulasten, jedoch macht gerade hier die Qualität des Abfalls häufiger Schwierigkeiten. Das stellt indirekt auch dem österreichischen Mülltrennsystem ein gutes Zeugnis aus, beziehungsweise haben andere Länder hier noch Aufholbedarf. Er plädiert jedenfalls für eine Weiterentwicklung der Sammelsysteme und Wiederverwertungskreisläufe. Natürlich ist die Qualität und Reinheit der Altstoffe auch angesichts der Kosten des Gesamtsystems von hoher Bedeutung.

 

Investitionsfreundliche Rahmenbedingungen gefordert

Mit insgesamt 170 Mitarbeitern produziert Kruschitz an den beiden Standorten Völkermarkt und Kühnsdorf in Unterkärnten für den Weltmarkt. Seine Produkte gehen zu 80% in den Export. Obwohl das Unternehmen sehr erfolgreich und agil handelt, ist der Geschäftsführer nicht mit allen Standortfaktoren zufrieden. Es fehle ihm die Unterstützung beim Breitbandausbau in der Region. Außerdem meine er, dass andere Regionen bzw. Gemeinden hier mehr täten. Ein attraktiver Wirtschaftsstandort muss Rahmenbedingungen aufweisen, die Unternehmer zum Investieren anregen bzw. einladen. Auch Kruschitz muss bei aktuellen Investitionsüberlegungen Vor- und Nachteile von mehreren Regionen bzw. Ländern abwägen. Es gilt zu hoffen, dass er sich weiterhin für Kärnten entscheiden kann.

 

 

 

 

 

 

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