WdF-Bundesvorsitzender Andreas Zakostelsky im Interview

28.03.2020

WdF-Bundesvorsitzender Andreas Zakostelsky zu Rolle der heimischen Führungskräfte in der Coronakrise.

WdF: Die heimische Wirtschaft und ihre Führungskräfte trifft die Coronakrise massiv.

Zakostelsky: Die Betriebe und die heimischen Führungskräfte unterstützen die Bundesregierung und damit die Menschen im Land so gut sie können. Führungskräfte sind in diesen Tagen ganz besonders gefordert. Sie müssen trotz Unsicherheit und nicht absehbarem Ausmaß der Krise die Betriebe und ihre Mitarbeitenden vor der realen Infektion durch das Coronavirus, aber auch vor der wirtschaftlichen „Infektion“ durch die Krise schützen, sie müssen ihre Mitarbeitenden beruhigen und einen kühlen Kopf bewahren. Vor allem kleinere Firmen trifft das besonders hart.

WdF: Wie kann man in dieser Unsicherheit überhaupt führen?

Zakostelsky: Das Wichtigste ist, einen kühlen Kopf und ruhigen Atem zu bewahren, keinesfalls in Panik zu verfallen, sonst überträgt sich das automatisch auf die Mitarbeitenden. Wer trotz Unsicherheit vorangeht und Entscheidungen trifft, führt am besten durch die Krise. Dazu braucht es natürlich Krisenpläne und Krisenstäbe. Aber auch persönliche Handlungen: Es ist zum Beispiel wichtig, dass man nicht ständig an jedem Newsticker hängt. Das macht nur nervös. Dafür gibt es entsprechende Mitarbeitende im Krisenstab und in der Kommunikationsabteilung.

WdF: Manche sehen Krisenarbeit als Change Projekt.

Zakostelsky: Das ist es auch. Jetzt zeigt sich, wie ein Unternehmen zusammenarbeitet. Wie im Change Prozess geht es um entsprechende Strukturen und Abläufe, die eingehalten werden müssen. Und wie im Change Prozess ist es auch hier nicht möglich, immer alles bis zum Ende durchzuplanen.

WdF: Das heißt, es geht auch sehr stark um Kommunikation?

Zakostelsky: Krisen sind immer sehr Kommunikationsintensiv. Auch wenn man natürlich nicht genau wissen kann, was kommt, kann man zumindest klar kommunizieren, was als nächstes zu tun ist und auch den groben Überblick vermitteln. Und es gilt nach außen und innen mit einer Stimme zu sprechen. Ich empfehle klare Botschaften: Manager sollen nicht schönreden, aber auch nicht dramatisieren. Wobei es vor allem um das Gesamtbild geht – alle Details kann man in der Krise nicht kommunizieren. Das macht gar keinen Sinn. Wir alle versuchen, in der Krise verstärkt das Gespräch zu suchen – im Home Office, in Quarantäne sollte die Führungskraft aktiv das Telefonat suchen um Sicherheit zu geben und den Kontakt aufrecht zu erhalten.

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