Gesundheitsstudie 2015

Wie krank sind Österreichs Manager?

WdF-Gesundheitsstudie 2015

An der gemeinsam mit der Wiener Städtischen Versicherung und mediclass durchgeführten Befragung haben sich bundesweit knapp 250 Führungskräft beteiligt.

“Das Bewusstsein für Gesundheitsvorsorge und Fitness bei den befragten Manager ist hoch. Das dafür notwendige Zeitbudget und eine gewisse Regelmäßigkeit von Fitness-Aktivitäten und auch Vorsorge-Maßnahmen ist dabei die große Herausforderung. ‘Fitness für den Job‘ ist für Führungskräfte jedenfalls unabdingbar, die Herausforderungen werden zeitlich und inhaltlich intensiver. Zeit dafür zu reservieren ist nicht nur eine Frage der Verantwortung für die eigene Person, sondern vor allem auch für den unternehmerischen Erfolg essenziell. Und nicht zuletzt ist jede Führungskraft auch in Sachen ‘Fitness‘ Vorbild die Mitarbeiter", ist Gerhard Zeiner, WdF-Bundesvorsitzender, überzeugt.

Im Längsschnitt setzen Stress (57 %) und Bewegungsmangel (47 %) den Führungskräften am meisten zu, 29 % klagen über Gewichtsprobleme, alle Werte sind in den letzten zwei Jahren gestiegen, vor allem die Stressbelastung.

„Österreichs Führungskräfte können die Balance zwischen Joberfordernissen und Privatleben nicht signifikant verbessern. Vor allem bei den Jüngeren und den Führungskräften der zweiten Ebene dominiert die Joborientierung deutlich“, meint Studienautor Felix Josef von Triconsult. Ein wirklich ausgewogenes Verhältnis zwischen Job und Privatleben orten aktuell 23 % (wie auch vor zwei Jahren) der Befragten, wenn Ungleichgewicht herrscht, dann aber klar Richtung Job: 68 % nehmen ein Übergewicht der beruflichen Orientierung wahr.

Jeder Vierte hat Gesundheitsprobleme
Bei der persönlichen Gesundheit behaupten 18 % (in den früheren Untersuchungswellen waren es zwischen 16 % und 19 %, zuletzt 24 %) aller Befragten, dass es ihnen „ausgezeichnet“ gehe. „Auf Nachfrage meinen 27 % der Befragten, dass sie aktuell gesundheitliche Schwierigkeiten haben“, so Josef. Probleme bereiten insbesondere der Bewegungsapparat (17 %) vor Herz und Kreislauf (8 %) und dem Stoffwechsel (7 %). Wie alle überprüften Bereiche werden auch psychische Probleme mit 5 % häufiger als zuletzt genannt.

Über die eigenen Probleme spricht man nicht
Die Offenheit, dass die KollegInnen im Unternehmen von gesundheitlichen Problemen wissen, steigt langsam, mehr als die Hälfte der Führungskräfte glauben, dass die KollegInnen von den eigenen Problemen etwas wissen; vor allem, wenn etwas nicht zu verbergen ist: Probleme mit dem Bewegungsapparat sind selten zu übersehen. Von Erkrankungen des Stoffwechsels oder Herz-/ Kreislaufproblemen und vor allem psychischen Problemen sollte nach Ansicht der Befragten im Umfeld kaum etwas bekannt sein.

Wandern und Skitouren als Manager-Sport Nr.1
Bei den Präventivmaßnahmen stehen Sport (von 75 % betrieben), gesunde Ernährung (59 %) und die Vorsorgeuntersuchung (56 %) an der Spitze. Im Vergleich zu früheren Jahren steigt vor allem die Bedeutung der gesunden Ernährung. Die zukünftigen Vorhaben deuten - wie immer - in Richtung verstärkte Rücksichtnahme auf die Gesundheit. So planen 91 %, (mehr) Sport machen zu wollen, 81 % planen 2016 gesündere Ernährung ein, 59 % wollen eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen.

Aktuell betreiben 7 % der Manager täglich Sport und 41 % mehrfach die Woche, allerdings sagen auch 17 %, selten oder nie Sport zu betreiben (hier auffällig viele Frauen). Angeführt, so die Ergebnisse von Triconsult, wird die Hitliste der Manager-Sportarten von der Trendsportart Wandern (mit 51 %) vor Joggen (40 %) und Radfahren (39 %). Aufsteigersport ist aber Skifahren, das mit 44 % am zweiten Rang liegt. Zugelegt haben auch das Fitness-Studio (39 %), Golf (18 %) und generell Sport im Freien, verloren hat Tennis (10 %).

Gesundheitsvorsorge im Unternehmen
Knapp die Hälfte der Befragten (47 %) berichtet von betrieblicher Gesundheitsvorsorge, die vor allem in größeren Unternehmen angeboten wird. Genutzt werden diese Angebote von zwei Drittel der Betroffenen. Ein Angebot zur gesunden Ernährung, regelmäßige Informationen zu Gesundheit und Ernährung sowie gemeinsame Vorsorgeuntersuchungen sind die häufigsten angebotenen Leistungen innerhalb der Betriebe. Befragte, deren Unternehmen keine Gesundheitsvorsorge anbieten, würden sich neben diesen Leistungen vor allem Gutscheine für Fitness-Center und Gesundheitsprogramme im Betrieb wünschen. Einen Zuschuss zur Gesundenuntersuchung leistet ein Viertel der Betriebe.

Die Auswirkungen von Arztbesuchen auf die Krankenstandstage werden sehr heterogen gesehen: jeweils jeder Siebente vermutet steigende bzw. sinkende Krankenstandstage. Das spezifische Angebot von mediclass, schnelle und pünktliche Arzttermine zu Kassentarifen zu ermöglichen, wäre jedem zweiten Befragten ein Investment wert.

„Das Ergebnis der Studie zeigt das Problem der Unternehmen, dass die Umsetzung der Spitalsreform und damit reduzierten Ambulanzleistungen die Wartezeit in Ordinationen seit Sommer sprunghaft ansteigen hat lassen. Gerade für Unternehmen ist mediclass daher eine perfekte Lösung zum Thema Gesundheits-Management, Fehlzeiten-Kosten-Reduktion und Mitarbeiterbindung, da der Mitarbeiter optimal medizinisch versorgt werden kann. Zusätzlich sind die Kosten für das Unternehmen steuerlich absetzbar und für Mitarbeiter kein zu versteuernder Sachbezug“, so Christoph Sauermann, Geschäftsführer mediclass.

Private Vorsorge
Vorsorge durch Versicherungen werden sehr unterschiedlich genutzt: Eine zusätzliche Krankenversicherung weisen 67 % auf, eine Pflegeversicherung aber nur 4 %. Für eine allfällige Berufsunfähigkeit haben nach eigenen Angaben 43 % vorgesorgt, das ist eine starke Steigerung gegenüber 2013, als nur knapp ein Viertel dieses Risiko abgesichert hatten. Generell vorgesorgt für das Pensionsalter wird von 84 % der Befragten (davon 44 % mit einer Lebensversicherung).

„Das Bewusstsein der privaten Vorsorge im Pensionsalter wird bereits von einem großen Teil der Manager erkannt. Leider wird das Thema Pflegevorsorge nach wie vor verdrängt – fast 70 Prozent der Befragten denken nicht einmal an eine private Pflegevorsorge. Eine private Pflegevorsorge sollte jedoch unverzichtbarer Bestandteil der persönlichen Vorsorge sein, denn unabhängig vom Alter kann ein Unfall regelmäßige Pflege notwendig werden lassen“, erläutert Peter Kranz, Leiter Krankenversicherung der Wiener Städtischen Versicherung.
„Erfreulich ist, dass das existenzbedrohende Risiko Berufsunfähigkeit verstärkt wahrgenommen wird und sich dies bei den Befragten fast mit einer Verdoppelung der Absicherung dieses Risikos niederschlägt im Vergleich zur letzten Umfrage vor zwei Jahren. Dennoch ist für ein Drittel der Befragten diese Problematik noch überhaupt nicht relevant – und vor allem Frauen scheuen sich verstärkt, sich mit diesem für sie wichtigen Thema auseinanderzusetzen.“

Die WdF-Gesundheitsstudie 2015 zum Download

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