Steiermark

36 Kilometer U-Bahn für Doha

„Kenne deinen Markt, kenne deine Kunden“ – so die knappe Conclusio eines interessanten Abends mit Karl-Heinz Strauss, Vorstandsvorsitzenden der Porr AG.

18.03.2015

Seit 2010 steht der Harvard- und St. Gallen-Absolvent der größten Baufirma Österreichs vor. Davor war Karl-Heinz Strauss im Bankensektor und der Immobilienbranche tätig. Heute ist er Chef von 14.000 Mitarbeitern, die sich auf Kernmärkte in Mittel- und Osteuropa sowie auf der arabischen Halbinsel konzentrieren. Zuerst habe er dem Konzern eine neue Organisationsstruktur verpasst, eine offene Arbeitsatmosphäre geschaffen und das Credo „intelligent“ wachsen ausgegeben, so der Spitzenmanager über seine Anfangszeit bei der Porr AG. Zwei Jahre später waren einzelne Märkte in Osteuropa blitzartig aufgegeben und der Heimmarkt Österreich gestärkt. Die Porr AG konzentriert sich aufs Bauen. „Wir bauen alles selbst, das kann vom Grundbau bis zur Teppichverlegung gehen. Die Porr AG ist kein Händler von Baudienstleistungen“, so Strauss und ergänzte „Für uns ist es klar, dass es bei der Qualität, egal ob im Hoch-,Tief- oder Innenausbau keine Kompromisse gibt und der Kunde stets im Mittelpunkt steht.“ Und das gilt für ein Bauvorhaben wie das neue Styria Media Center ebenso wie für das U-Bahn-Jahrhundertprojekt in Doha. Das bislang größte Projekt in der 146-jährigen Firmengeschichte, 36 km U-Bahn durch die Hauptstadt Katars, macht Strauss zu Recht stolz: „Wir konkurrieren in Doha mit der absoluten Weltelite der Baubranche und das gelingt, weil wir unseren Markt wie auch die Kunden kennen“.

Ein abschließender Ausblick des Vorstandsvorsitzenden fiel unterschiedlich aus. Während in Europa das Baugeschäft der ohnehin schwächelnden Konjunktur hinterherhinkt, investieren Länder wie Katar oder Saudi Arabien in große Infrastrukturprojekte. Marktunabhängig sind hingegen die Entwicklungen in der Arbeitswelt. Der Trend geht zur papierlosen Baustelle und Smartphones samt Apps als Arbeitsinstrument. Laut Strauss wieder eine kleine Innovation, denn es ist bekannt, dass nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen fressen.


DIE GASTGEBER: Thomas Krautzer (IV Steiermark), Karl-Heinz Strauss und Christian Kehrer (WdF Steiermark)

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