Kärnten

Attraktiver Wirtschaftsstandort Kärnten

Landesrat gestaltet den Weg zum unternehmerfreundlichsten Bundesland

09.10.2018, 08:30 - 10:00 Uhr

Im Oktober lud das Wirtschaftsforum der Führungskräfte in der Serie „Top-Gespräch“ zum Frühstückstermin mit dem neuen Wirtschaftslandesrat Ulrich Zafoschnig. Er hat einschlägiges Knowhow und ist mit seinen Leistungen im Zuge des Abbaus des Hypo-Haftungs-Debakels auch kein unbeschriebenes Blatt. Dennoch hat ihn der Ruf in die Politik und die Landesregierung erst vor einem halben Jahr ereilt, die Einarbeitungsphase ist sehr intensiv und dauert wohl noch an.

 

Im Koalitionsabkommen mit der SPÖ ist festgehalten, dass Kärnten das unternehmerfreundlichste Bundesland werde. Mit seinen Referatszuständigkeiten hat Zafoschnig da wohl gewichtig mitzureden und mitzugestalten, um diesen Plan auf den Weg zu bringen. Er ist für Wirtschaft aber auch explizit für Industrie und Tourismus zuständiger Landesrat, ein Novum in Kärnten. Ob Tourismus und Industrie tatsächlich in einem so starken Spannungsfeld stehen, wie es manchmal erscheinen mag? Zafoschnig ist ganz Diplomat und sagt, dass Kärnten ein Industrie- und Tourismusland sei.

 

Im Kern seines Impulsreferats vor den WdF-Kärnten-Mitgliedern ging es jedoch um seine Vision und politischen Pläne zum Standort Kärnten. Da macht der analytische Jurist Zafoschnig klar, dass Insellösungen zu einer Entwicklung der Standortpolitik, gar eines Standortmarketings, nicht denkbar sind. Es handle sich um eine Querschnittsmaterie, welche übergreifend die anderen Referate in der Landesregierung, und damit auch die anderen Landesräte und den Koalitionspartner, betreffe. Er strebe realistische Zielen an, um auf den Weg zum unternehmerfreundlichsten Bundesland zu kommen und relativiert damit allzu hohe Erwartungen und den Optimismus einiger Zuhörer. Zafoschnig hat die wunden Punkte identifiziert, weiß um die Sorgen der Unternehmer in Behördenverfahren, den Fachkräftemangel, das mangelnde Image Kärntens als Wirtschaftsstandort in der Welt und in der eigenen Bevölkerung. Er habe in seinem Referat und gemeinsam mit den Regierungskollegen alle Schritte veranlasst, um in diesen Bereichen eine Bestandsaufnahme und Basisanalyse machen zu lassen. In der Folge werde Zafoschnig alle Stakeholder aktiv einbinden. Es solle am Ende ein strukturiertes Standortmarketing herauskommen, so seine Hoffnung.

 

Mindset über allem

Der Landesrat nennt positive Beispiele wie eine Standortagentur in Sachsen-Anhalt. Er meint, dass alle der dort angeführten Assets ebenso auf Kärnten zuträfen. Das Bundesland mache zu wenig aus dem, was man habe. Deshalb müsse auch an der Haltung in der eigenen Bevölkerung unbedingt gearbeitet werden. Unternehmen und Unternehmern müsse die entsprechende Wertschätzung entgegen gebracht werden. Als Beispiel nennt er wiederum Sachsen-Anhalt, wo 89 Prozent der Bevölkerung ihre klare Akzeptanz für die Industrie erklären. Es gelte also Imagebildung nach außen wie auch nach innen zu leisten. Noch sei es nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden, dass einer der erstrebenswertesten Jobs jener in der Kärntner Landesverwaltung sei. Noch hat es sich nicht ganz herumgesprochen, welche Weltmarktführer, Leitbetriebe, Hidden Champions und regional verwurzelten, eigentümergeführten Klein- und Mittelbetriebe es in Kärnten gibt. Auch dafür, dass sich das ändert, will sich Zafoschnig während seiner Amtszeit stark einsetzen.

Facebook LinkedIn Twitter Xing YouTube