Burgenland

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Organe

DDr. Johannes Huber

22.01.2019, 19:00 Uhr

WdF_Burgenland

Forschungen zeigen, dass Körper, Geist und Seele ein komplexes System bilden, das mit anderen komplexen Systemen kommuniziert. Prof. Huber erklärt - auf wissenschaftlicher Basis - und doch einfach und verständlich, warum wir mehr sind als wir denken und aus welchen Quellen Heilung kommen kann.

Faszinierende Einblicke in die Welt des menschlichen Körpers mit seinem ausgeklügelten Informationssystems zwischen den Organen gab Prof. Huber in der neuen Veran-staltungslocation AREA26. Es ist eine Hymne an den Frauenkörper und seine unglaublichen Fähigkeiten zur Schaffung von neuem Leben. Dabei bezieht sich Prof. Huber auf Forschungen und Erkenntnisse der Epigenetik.
Die körperliche und seelische Verfassung der Mutter existiert im Kind weiter, darum müssen schwangere Frauen in Ruhe und Sicherheit leben können, denn die Schwangerschaft ist die erste prägende Phase für das Kind. Vor allem der Umgang der Geschlechter (z.B. Gewalt an Frauen) wirkt stark auf das ungeborene Kind. „Liebe kann vererbt werden.“, ist eine Aussage, die noch vor einigen Jahren wissenschaftlich unmöglich gewesen wäre. Doch der liebevolle Umgang mit dem Ungeborenen ist wichtig, ebenso die Kommunikation zwischen Mutter und Kind. Denn: „Die Mutter beeinflusst durch das Sprechen in der Schwangerschaft das Sprachempfinden des Kindes, es versteht zwar nicht die Worte, aber es reagiert auf die Stimme der Mutter.“, wie Ultraschallaufnahmen zeigen.
In den ersten Lebensjahren kann ein Kind nicht genug liebkost werden. Daher findet Professor Huber die frühe Fremdbetreuung von Kindern wenig förderlich für das Wohl des Kindes. „Die Natur hat über viele Jahrmillionen eine Verfassung geschaffen, die nicht außer Kraft gesetzt werden sollte.“
Die Pubertät ist eine weitere wichtige Phase, in der der Umgang mit den Jugendlichen besonders fordernd sein kann. Liebeskummer in diesem Alter kann für den Jugendlichen dramatische Folgen haben, ebenso der Druck einer Peer Group.
Laut neuesten Studien wird eine heute in Japan geborene Frau durchschnittlich 120 Jahre alt. Die Auswirkungen dieser möglichen Lebenserwartung auf unser System (Pensionen, Überalterung der Gesellschaft, Partnerschaft für 100 Jahre!?.....) sind noch nicht abzuschätzen, bedürfen aber einiger Veränderungen.
Prof. Huber schließt mit einem futuristisch anmutendem Szenario: der Koalition zwischen Datenverarbeitung und Biologie. Laut Bill Gates ist eine der größten Herausforderung der nächsten Zeit die Koalition zwischen Datenverarbeitung und Biologie, die Dechiffrierung des menschlichen Genoms. Diese Koalition der Datenübertragung bietet eine große Chance für die Diagnostik. Man kann bereits jetzt seine DNA bei den Tech-Giganten von Silicon Valley „parken“. Beim Auftreten eines gesundheitlichen Problems, schickt man seine Befunde an „Dr. Google“ und bestellt einen medizinischen Rat. Worauf alle wissenschaftlichen Stellen durchsucht werden und man einen Code erhält: die bestmögliche medizinische Analyse mit dem Code 1492 – diese Zahl steht für die Entdeckung der Neuen Welt.


Nach dem spannenden Vortrag bedankt sich der Vorsitzende des WdF-Burgenland, Johann Pinterits, bei den Gästen und lud zum Netzwerken bei einem Imbiss.

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