Burgenland

Dichtungen aus österreichischer Hand

Die Mitglieder des WdF Burgenland besuchten das innovative Unter nehmen Seal Maker von Johann Glocknitzer am Standort Industriepark Pöttelsdorf.

03.03.2015

Aus der Not machte Johann Glocknitzer eine Tugend, nachdem die Firma, in der er beschäftigt war,  aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst wurde. „Da er nichts anderes gelernt hatte“, gründete er sein eigenes Unternehmen – Seal Maker -  zuerst als reinen Handelsbetrieb, später auch als Produktionsbetrieb.

Die Schwierigkeiten zu Beginn qualifiziertes Personal zu bekommen, beschreibt Johann Glocknitzer so: „Wir waren  in einer wenig repräsentativen Halle in Eisenstadt eingemietet. Die Optik war insofern ein Problem, dass so mancher Stellen-Bewerber umdrehte, anstatt sich für den ausge­schriebenen Posten vorzustellen, wenn er sah, wo er arbeiten sollte.“

Dieses Problem gibt es aktuell nicht mehr. Seit 2004 besteht die Firma im Industriepark Pöttelsdorf. An der Bundesstraße, zwischen Eisenstadt und Mattersburg gelegen, sticht das Unternehmen durch seine ansprechende und moderne Architektur ins Auge, doch die Größe wird einem erst bewusst, wenn man das Gebäude und die Produktions­hallen betritt. 110 Mitarbeiter arbeiten hier in zwei Schichten.

Dichtungen, Halbzeuge (Rohlinge als Ausgangsmaterial für Dichtungen), der Bau von Drehmaschinen und das Service für Kunden sind die vier Geschäftsfelder von Seal Maker. Auch für technisch wenig Versierte verständlich, erklärt  Glocknitzer den Anwesenden seine Geschäftstätigkeit, recht anschaulich wird alles bei der Besichtigung der Produktionshallen.

Seal  Maker Pöttelsdorf ist das internationale Headquarter der Firma; hier werden jährlich ca. 70 Tonnen Rohmaterial zu 245.000 Stück Halbzeugen verarbeitet. Auch Dichtungen werden an diesem Standort produziert, verkauft werden sie aber nur an Partner, nicht an den Endverbraucher. Da herkömmliche Drehmaschinen für die spanabhebende Herstellung von Dichtungen nicht optimal und auch zu teuer waren, hat man sich auf die Konstruktion von eigenen CNC-Drehmaschinen spezialisiert, die seit 2009 weltweit verkauft werden. Eine Besonderheit ist die größte Maschine, die nur in Pöttelsdorf vorhanden ist und Dichtungen bis zu einem Durchmesser von 1850 mm fräsen kann.

Ein interessantes Konzept ist die im Unternehmen angesiedelte, aber ausgegliederte Firma „Logorhythmus“.  Glocknitzer erklärt die Entstehung  folgendermaßen: „Für kleine Betriebe ist es eine große Herausforderung, in den verschiedenen Bereichen, wie Programmierung, Marketing oder Materialentwicklung zu reüssieren.  Da man jedoch auf Fachleute in der IT und im Marketing nicht verzichten wollte, die eigene Firma aber für Spezialisten in allen Bereichen zu klein ist, wurde Logorhythmus gegründet. Die Marketing-  und ITSpezialisten bieten auch Dienstleistungen für Firmen der Region an, wie z.B. für den Familly Park am Rusterberg , die Seefestspiele oder für den „Nachbarn“ Petfood. Dieses Konzept stellt eine innovative  Nutzung von Synergien dar.

Beim Ausklang des Abends bei einem Glas Wein und einem Buffet waren alle einhellig der Meinung, dass die Familie Glocknitzer (in der Firma arbeiten die Ehegattin, Tochter Christina und der Bruder des Eigentümers) auf den Betrieb zurecht stolz sein kann.


DER BURGENLÄNDISCHE VORSTAND (v.l.n.r.) Helga Kölndorfer, Johannes Schmidtbauer, Johannes Ernst, Klaus Maras und Andrea Bischel mit Johann Glocknitzer (Mitte). Foto: WdF- Burgenland

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