Burgenland

Die zentralen Zukunftsthemen unserer Zeit und wie wir sie bewältigen können.

Wir sind Europa. Die großen Herausforderungen und wie wir sie bewältigen.

17.10.2018, 18:30 Uhr

Georg Pehm, GF FH Bgld Johannes Ernst, WdF Carla Schmirl WdF Johannes Schmidtbauer, WdF Andrea Bischel, WdF Franz Fischler, Helga Kölndorfer, WdF Norbert Pleyer, WdF

„Wir brauchen nicht nur mehr Europa, sondern auch mehr Demokratie“, sagt Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raumes beim Vortrag auf Einladung des WdF in der FH Burgenland.

Doch welches sind die wirklich großen Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt? Allen gemeinsam ist: „Sie sind nicht national, sondern nur gemeinsam lösbar.“ Sie sind komplex und ihre Lösung braucht Zeit. Und es ist nicht nur die Politik gefordert, für die großen Änderungen müssen die Wirtschaft, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft mit eingebunden werden.

Dass das Flüchtlings- und Migrationsthema nicht das relevanteste für Österreich ist, stellt Franz Fischler anfangs fest. „Ganz klar, das Thema muss ernst genommen werden, aber es gibt Lösungen dafür.“ In erster Linie müsse der Krieg in Syrien beendet werden – doch diesbezüglich gibt es von der Europäischen Union keine Bestrebungen. Ein wichtiger Ausgangspunkt für die Flüchtlingskrise war ein Tatbestand, der bei uns wenig kommuniziert wurde: Die Mittel für die Versorgung der großen Flüchtlingslager in Nordafrika wurden halbiert und dadurch kam es zu Hunger in der Bevölkerung, der eine Migrationswelle auslöste. Für eine Verbesserung der Situation und die Bekämpfung des Schlepperwesens müsse in lokale Initiativen in Afrika investiert werden.

Das globale Ziel, der 1,5 Grad Erwärmung ist mit der bisherigen Ambition nicht zu erreichen, der Klimawandel ist in Österreich bereits voll angekommen, da höher liegende Regionen früher betroffen sind: „Wir haben die zwei Grad plus bereits erreicht.“ Die Erwärmung erfolgt nicht gleichmäßig, sondern über dem Meer langsamer als über dem Land. Auch sind Auswirkungen der plus zwei Grad global massiver als man bisher glaubte, allein die Erwärmung des Golfstroms um ein Grad hat wesentliche Auswirkungen auf Europa, vor allem ökologische auf die Landwirtschaft. Schädlinge, die einwandern, Fruchtfliegen für Obstsorten breiten sich aus, Stürme, Dürreperioden, massive Niederschläge häufen sich.

Die Digitalisierung bildet besonders für hoch entwickelte Volkswirtschaften eine Chance, die wir nützen müssen. Traditionelle Jobs werden verloren gehen, jedoch können neue Jobs geschaffen werden. „Dafür braucht es aber anders ausgebildete junge Leute.“ Da muss unser Bildungssystem reagieren.

Die Urbanisierung wird auch in Europa weiter fortschreiten. EU-weit leben bereits 300 Millionen Menschen in urbanen Zonen, in den nächsten Jahren wird es zu einer weiteren Verschiebung um 100 Mio. kommen. Das bringt urbane Gebiete in Schwierigkeiten, ihre Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

Abschließend stellt Franz Fischler fest: „Alle, die Interesse am Fortbestand der EU haben, müssen aufstehen und ihre Meinung vertreten. Die EU ist nicht unser Gegner und nicht die in Brüssel sind die EU. Wir alle sind Europa.“

Im Anschluss an den Vortrag gab es zahlreiche Fragen aus dem Publikum und danach eine Stärkung mit der Möglichkeit zum Netzwerken.

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