Bund

„Digitalisierung sind wir alle“

Podiumsdiskussion "Wirtschaft braucht Technik"

18.04.2016, 18:00 - 21:00 Uhr


Das Wirtschaftsforum der Führungskräfte lud gemeinsam mit dem Rotary Club Wien-West zum Diskussionsabend „Wirtschaft braucht Technik“ ein.

v. li. n. re.: Karin Bauer (Der Standard), Gerhard Zeiner (SAP Österreich), Johannes Kopf (AMS Österreich), Christoph Neumayer (Industriellenvereinigung), Sabine Seidler (TU Wien) sowie Hermann Kopetz (TTTech)

Nach der Begrüßung durch den WdF-Bundesvorsitzenden Gerhard Zeiner und Rotary Club Wien-West-Präsident Peter Krall, führte Karin Bauer (der Standard) durch den Abend.
Zur Absicherung der Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes ist die Innovationskraft überlebensnotwendig. Der Bedarf an top-ausgebildeten Technikern wird weiter zunehmen.  Auch die Ausbildung zukünftiger Führungskräfte und Entscheidungsträger muss  daher stärker den Focus auf „MINT“-Schwerpunktfächer richten.

Johannes Kopf gab in seinem Impulsvortrag den zahlreichen Gästen u.a. einen Überblick zur aktuellen Arbeitslosensituation im Bereich Technik. „Das klassische Berufsbild verändert sich … nicht jeder arbeitet das, was er gelernt hat“, so der AMS Österreich-Vorstand. Er führte weiters aus: „Digitale Kompetenz wird in allen Altersbereichen benötigt und nicht nur bei den ‘Jungen‘.“ Auch die Anforderungen im Job haben sich verschoben, was er am Beispiel des Lagerarbeiters den Teilnehmern näher brachte. So musste dieser vor 25 Jahren nur stark sein, heute muss er in der Lage sein, eine Lagerlogistiksoftware anwenden zu können, im Besitz eines Staplerführerscheins sein und ist er in einem Konzern tätig, auch Englischkenntnisse besitzen.

Im Anschluss daran gab Christoph Neumayer, Generalsekretär IV, zu bedenken: „Österreich ist in den letzten 15 bis 20 Jahren ein Innovations- und Forschungs-& Entwicklungsland geworden. Die Frage ist nur, können wir das halten und was brauchen wir dafür?“ Auf die Frage, ob Österreich die Digitalisierung verschlafen würde, gab er sich optimistisch „Chancen sind noch da“.
„Man muss das Thema umgekehrt sehen. Die Technik braucht die Wirtschaft, da es zwei Arten von Forschung gibt: die naturwissenschaftliche – diese ist analytisch und orientiert sich an den Problemen, die die Natur stellt - und die technische, welche synthetisch ist: Man möchte Probleme lösen und Entwicklungen finden, die Problemlösung muss von der Wirtschaft kommen“, so Hermann Kopetz, Co-founder von TTTech. „Die radikale Innovation wird von den Unternehmen oft nicht erkannt oder gar abgelehnt –diese bringt jedoch die größten Wachstumschancen, hier muss man anfangen.“
Sabine Seidler: “Wir haben extrem verstaubte Berufsbilder, hier setzen wir uns intensiv mit der Frage auseinander ‘Warum gelingt es eigentlich nicht, Elektrotechnik oder Maschinenbau als DIE modernen Studienbilder zu präsentieren, die Berufsbilder zu verändern?‘“ Die TU-Rektorin stellte darüber hinaus fest: “Woran es uns manchmal mangelt, ist das strategische Bekenntnis zu den Bildungseinrichtungen, mit denen man kooperiert.“
Für Gerhard Zeiner, im Brotberuf SAP Österreich COO, ist klar: „Wirtschaft braucht Technik, mehr denn je. Im Zeitalter massiv voranschreitender Digitalisierung brauchen Unternehmen und Institutionen gut ausgebildete Experten aber auch Anwender mit neuen digitalen Kompetenzen, speziell das Verständnis für eine neue, technologisch nahezu uneingeschränkte Nutzung von Daten für Weiterentwicklung und Innovation.“

Statements der Teilnehmer zum Thema "Wirtschaft":

... zum Thema "Innovation":

... zum Thema "Ausbildung":

Im Großen und Ganzen waren sich die Diskutanten einig, dass die Wirtschaft in allen Bereichen mehr Techniker benötigt und es eine Herausforderung für die Unternehmen, aber auch für das Bildungssystem ist, dieses Problem zu lösen.
Anschließend tauschten sich u.a. Cornelia Daniel (Dachgold), Leopold Decloedt (Connect Sprachenservice), Christian Fritzsche (Kienbaum), Andrea Hollander (Österreichisches Siedlungswerk), Jakob Hürner (voestalpine Edelstahl), Harald Jenewein (OMV Exploration & Production), Michael Kaiser (Regionalmedien Austria),Florian Klemm (Commerzbank), Stefan Kotynek (Esarom), Robert Koubek (Verbund Thermal Power), Ingrid Kriegl (Sphinx IT), Michael Kuhn (ARE), Manfred J. Rauch (Edtmayer Systemtechnik), Barbara Reithofer-Jaklin (HL Living Deluxe Real Estate), Herbert Rieser (café + co International Holding), Thomas Robier (HOERBIGER Deutschland Holding), Hubertus Rothwangl (Verkehrsbüro Hotellerie), Johann Schachner (Atos IT), Gerald Steger (café + co International Holding) und Patricia Wildberger (Baxalta AG) bei der kulinarischen Stärkung von Der Reisinger aus.

 

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