Burgenland

Einblicke in die Weinwelt

08.06.2016, 18:00 Uhr

Im Hof der Weinbauschule Eisenstadt wurden die Besucher des WdF bei einem Glas hauseigenem Prosecco von Direktor Markus Prenner empfangen.

Als Schulleiter der Weinbauschule Eisenstadt ist er auch Leiter eines Weinbetriebes mit Kellerwirtschaft und einer Landwirtschaft mit Obst- und Gemüsebau. Die Schule untersteht weiters nicht dem Landesschulrat, sondern dem Landwirtschaftsministerium.

Schüler ab der 8. Schulstufe können hier ihre Facharbeiterausbildung absolvieren und sind als Schüler auch Teil des Betriebes. Von den 90 Schülern sind ca. 10 % weiblich, alle sind in sämtliche Arbeitsbereiche eingebunden. Von der Auspflanzung über die Pflege, die Ernte, den Verkauf und das Marketing. Auch der Umgang mit landwirtschaftlichen Geräten wird gelehrt. Absolventen der Schule werden in der Praxis dringend gebraucht, müssen sich also keine Sorgen um einen Arbeitsplatz machen und können nach der Schule auch direkt an der FH Burgenland studieren. Während der Sommerferien kümmern sich die 15 Angestellten um den landwirtschaftlichen Betrieb.

Der Schwerpunkt des Landesweingutes, das aus der Bauernschule hervorgegangen ist, liegt im Weinbau (7,5 ha Weingärten). Und hier konnten zahlreiche Auszeichnungen für Brände, Weine und Obstsäfte erzielt werden. Sekt wird in Kooperation mit der Firma Szigeti erzeugt, Essig in Zusammenarbeit mit Gölles.
Nach der Vorstellung der Schule durch Prenner, hielt Johannes Schmidtbauer, Absolvent des Masterstudienganges Internationales Weinmanagement einen kurzen Vortrag über die Geschichte des Weinbaus. Er hat auch einen persönlichen Bezug zur Schule, war doch sein Vater auch Schulleiter an der Weinbauschule. Interessant dabei sind vor allem die Unterschiede: Während in Frankreich die Gegend die Weine bezeichne, werden im deutschen Raum die Sorten angeführt. Chablis ist daher auch keine Weinsorte, sondern ein Weinbaugebiet im Burgund.

Auch in Bezug auf die Produktionsmenge gibt es große Unterschiede. Frankreich liefert ca. 17 % der Weltproduktion (47 Mio hl), während Österreich nur ca 2,4 Mio hl herstellt. Der Durchschnittsverbrauch von Wein liegt in Österreich bei etwa 30 Litern pro Jahr und Person, in Frankreich bei ca. 55 und in Vatikanstadt bei 70! Litern. Die Chinesen sind bezüglich des Weinkonsums noch eher bescheiden, sie trinken durchschnittlich nicht einmal einen Liter.

Nach dem kurzweiligen Referat folgte die Verkostung der Weine und Schnäpse im neugestalteten und stylischen Verkostungsraum, wobei der Kellermeister  die Weine fachkundig kommentierte.

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