Kärnten

Exzellent vernetzt

Kaum eine wirtschaftspolitische Entscheidung der letzten Jahre fiel in Kärnten ohne sein Mitwirken. Der ehemalige Industrie-Manager Gilbert Isep spricht im Experten-Talk über die Kärntner Herausforderungen von gestern und heute.

17.11.2016, 19:00 Uhr

Er begann seine Karriere in der ehemaligen Heraklith-Gruppe. In einem Management-Buyout übernahm er Anfang der 2000er Jahre eine Sparte und leitete diese als Miteigentümer bis 2011. Mit dem Verkauf seiner Villas GmbH verließ er zwar die Management-Bühne der Industrie, bringt sich jedoch seit 2013 maßgeblich im Bereich von Gesellschaften und Beteiligungen des Landes ein. Isep ist Aufsichtsratsvorsitzender des Energieversorgers Kelag und der BABEG Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, um nur die exponiertesten aufzuzählen. Er ist ausgezeichnet vernetzt und durch seine Funktionen ständig in wirtschaftspolitische Angelegenheiten im Land eingebunden.

Im Gespräch mit den Mitgliedern berichtet Isep über schwierige Verhältnisse, welche die „Dreierkoalition“, bestehend aus SPÖ, ÖVP und Grünen, 2013 vorfand und wie es gelang, Hürden zu überwinden und Systemänderungen durchzusetzen. Wohl am bekanntesten sind die Nachwirkungen des Hypo-Alpe-Adria-Schlamassels. Doch Isep ortete auch in den Strukturen der Landesholding dringenden Verbesserungsbedarf. Es sei diese auf drei Säulen aufzustellen, die Lösung der Hypo bzw. Heta sei von der laufenden Finanzierung des Landes zu entkoppeln gewesen und in manchen Gesellschaften seien Einsparungen und Personalkürzungen nötig geworden. Wie Isep meint, sei dies gut gelungen und man habe den Weg der Konsolidierung eingeschlagen. Nun habe die Zukunft im Vordergrund zu stehen. Das Land müsse fit für das Morgen gemacht werden und hierzu sieht er die besten Chancen im Bereich der Digitalisierung und Innovationen. Die BABEG sei nun im Technologiebereich endlich klar strukturiert, der Fokus auf außeruniversitäre Forschungszentren ist geschärft. So gelang es, Joanneum Research mit dem Bereich Robotics im Klagenfurter Lakeside Park anzusiedeln. Auch dem neu gegründeten Cluster Silicon Alps misst Isep sehr große Bedeutung bei. Man erwarte sich positive Effekte für die Innovationsregion Süd, meint er, denn aktuell konnten bereits 55 Mitglieder für den Cluster in Kärnten und der Steiermark gewonnen werden.

Arbeitstitel „Alplog“

Schließlich sieht Isep großes Potential in der Entwicklung der Logistikdrehscheibe Fürnitz als Dry Port, einen Umschlagplatz im Hinterland der großen Häfen wie Triest und Koper. An dieser Projektidee wird unter dem Titel Alplog seit Jahren gearbeitet, jedoch sollen nun endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Eine Gesellschaft unter Beteiligung des Landes und der betroffenen Gemeinden wird gegründet werden und ein Budget sowie ein klarer Zeitplan mit Milestones aufgestellt werden. Man erwarte sich nach spätestens fünf Jahren intensivierter Vorarbeiten konkrete Ergebnisse, sonst würde das Projekt verworfen. Isep ist allerdings zuversichtlich, dass sich die Entwicklungsschritte auszahlen werden und der Raum Villach-Fürnitz damit zu einer europäischen Logistikdrehscheibe werde.

 

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