Burgenland

Flüchtlinge in Europa

Hintergründe, Ursachen, Chancen

01.12.2015, 18:30 Uhr

Tanja König, Geschäftsführerin des Roten Kreuzes Burgenland, begrüßt die rund 40 Gäste der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft und des Wirtschaftsforums der Führungskräfte sowie den Bundesvorsitzenden des WdF, Gerhard Zeiner.

Walter Hajek ist Leiter des Internationalen Krisenmanagements des Roten Kreuzes Österreich und hat in dieser Funktion zahlreiche Länder besucht, darunter auch die derzeitigen Krisenherde im Nahen Osten. Er zeichnet ein Bild aus Sicht der Hilfsorganisationen, die in den Kriegsgebieten der Bevölkerung den Zugang zu medizinischer Versorgung erleichtern.

In Syrien ist cirka die Hälfte aller medizinischen Einrichtungen zerstört, für Privatpersonen ist es aufgrund der unzähligen Straßensperren fast unmöglich, zu den oft lebenswichtigen Krankenhäusern zu gelangen.

Doch bevor Hilfsorganisationen, wie das Rote Kreuz, vor Ort tätig werden können, müssen sie das Einvernehmen mit den unterschiedlichsten, am Krieg beteiligten Gruppierungen, herstellen - und das dauert oft Wochen. In Syrien sind es immerhin 72 kriegsführende Parteien. Das grüne Licht ist für die Sicherheit der Einsatzkräfte erforderlich.

In Syrien sind ca 13,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, 8 Millionen Menschen wurden bisher vertrieben. Frauen und Mädchen leben in permanenter Gefahr Opfer sexueller Gewalt  zu werden. Kinder ab sieben Jahren werden als Kindersoldaten zu extremen Gräueltaten angestiftet.

Das Rote Kreuz leistet auch wertvolle Lobbyarbeit bei Entscheidungsträgern, damit die internationalen Kriegsregeln (Zivilpersonen dürfen nicht Ziel von Angriffen sein) eingehalten werden.

Neben Syrien, dem Irak und Afghanistan gibt es auch in Somalia keine Perspektiven für die Bevölkerung. Der Staat ist quasi nicht existent, es gibt kein Schulsystem, keine Grundsicherheit, kein Gesundheitssystem, kein Wasser, keinen Strom……..Die Menschen haben durch die jahrelangen Konflikte durch islamistische Soldatenmilizen jede Lebensgrundlage verloren, es gibt praktisch nichts, was sie aufbauen könnten, obwohl die Somalier als sehr geschäftstüchtig gelten.

Rund 1 Million Somalier sind auf der Flucht, auch ca 250 000 Menschen aus dem Jemen halten sich hier auf. Als Walter Hajek die Bilder von Dadaab zeigt, herrscht betroffene Stille im Publikum. Dadaab, das weltweit größte Flüchtlingscamp für rund 600 000 Menschen, besteht seit 1991 im Nordosten Kenias, nahe der somalischen Grenze. Eine Stadt ist hier entstanden, in der schon die zweite Generation aufwächst, in einem Camp, für das die UNHCR zuständig sind. Dadaab verdeutlicht die Perspektivenlosigkeit der Flüchtlinge.

Interessant  ist auch die bildliche Darstellung der ungleichen Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen  Staaten. Wenn wir auch glauben, die Flüchtlingszahlen in Europa hätten ein erträgliches Ausmaß bereits überschritten, ist es eine Tatsache, dass die ärmsten Länder und nicht die sogenannten Industrieländer die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Ein Großteil der schutzsuchenden Menschen sucht Zuflucht in einem sicheren Staat nahe der Heimat und nicht in Europa.

Im Anschluss an den interessanten und auch berührenden Vortrag gab es bei einem arabischen Buffet und „Red Cross Wine“ (siehe Link) die Möglichkeit zum Austausch.

Verflechtungen in Syrien :https://www.youtube.com/watch?v=NKb9GVU8bHE&sns=em

Rotkreuz Wein: http://www.vereinte-winzer.at/detailansicht/article/red-cross-wine

 

 

 

 

 

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