Vorarlberg

Führung & Innovation

Das WdF Vorarlberg ist zu Gast im InnovationLab

22.11.2018, 18:00 - 21:00 Uhr

Auch unsere letzte Veranstaltung im Jahr 2018 sorgte wieder für (Starkstrom-)Spannung und führte uns diesmal ins

 

 

 

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung

„Die Führungskultur eines Unternehmens ist der Nährboden, auf dem das Unternehmen wächst“ – meint Dr. Christoph Purtscher in seinen einleitenden Ausführungen über die Führungskultur bei den illwerke vkw. Als Vorarlberger Leitbetrieb ist das Unternehmen im 100%igen Landeseigentum, besteht seit einem Jahrhundert, betrieb in den Anfängen mit dem Bau des Kraftwerks Andelsbuch das damals größte Kraftwerk der Monarchie und ist durchaus vermögend. 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Durchschnittsalter von etwa 45 Jahren werden geführt von etwa 100 Führungskräften. Das Unternehmen verfügt über ein Leitbild, Führungsgrundsätze, optimierte Prozesse bereits mit einem hohen Digitalisierungsgrad und ist bekannt für die sehr hohe Ausfallssicherheit – soweit die nüchternen Eckdaten.

Dr. Christoph Purtscher - Personalleiter illwerke vkwDoch wie soll Innovation in so einem Umfeld funktionieren?

Innovationen brauchen ein Umfeld, in dem Versuch und Irrtum möglich sein müssen, Fehler gemacht werden können – Eigenschaften, die man einem Energieversorger im Landesbesitz einfach nicht zugestehen kann. Und das Umfeld? Die Welt ist „VUCA“ geworden: Volatil, unsicher, komplex und widersprüchlich. Und mit der Digitalisierung kommen weitere Herausforderungen dazu, die das traditionelle Führungsverständnis des tonangebenden Experten, der die Richtung vorgibt, einfach nicht mehr zulässt.

„Führung kann nicht mehr ‚selber machen’, sondern muss darauf angelegt sein, sich selbst grundsätzlich abzuschaffen“ – so die provokante These von Dr. Purtscher. Die Grundlage für eine gedeihliche Entwicklung sei es, Vertrauen zu schaffen und unterschiedliche Lösungswege und (Sub)Kulturen zuzulassen. Die Reise gehe von der klassischen Führungsrolle zunehmend in Richtung „Schwarmintelligenz“ – welche Kultur tatsächlich zukunftsfähig ist, sei noch unklar.

Die Conclusio aus diesem spannenden und angeregt diskutierten Intro?

 

"Es ist nicht Aufgabe der Führungskraft, der bessere Experte zu sein, sondern seine Mitarbeitenden zu befähigen" - meint Christoph Purtscher. Es gehe darum, Freiräume für Unterschiede zu schaffen, sich dem Konflikt zwischen widersprüchlichen Ansätzen zu stellen, miteinander und voneinander zu lernen und im offenen Diskurs herauszufinden, was sich tatsächlich bewährt.

Mit der Gründung des Innovation Lab haben die illwerke vkw einen organisatorischen Rahmen dafür geschaffen: Ein Ort, an dem Neues getestet werden kann - parallel zum auf Sicherheit fokussierten und wenig fehlertoleranten Kerngeschäft.

Innovation Lab

Nach einem Überblick zum Thema eMobilität in Vorarlberg von Simone Keppler mit unterschiedlichen „rundum-sorglos“-Paketen, gut ausgebauter Ladestationen-Infrastruktur und einer respektablen Reihe von internationalen Erfolgen durch Zuschlag für Großprojekte und Preise macht Innovation Lab – Geschäftsführer Gerhard Günther deutlich:

Die Rahmenbedingungen des Wirtschaftens haben sich auch für Energieanbieter grundsätzlich verändert. Heute kann jeder kleine Anbieter mit wenigen Mitarbeitern hervorragende Produkte platzieren, die vor wenigen Jahren noch nicht möglich gewesen wären. Das Innovation Lab versteht sich folglich als innovativer, vom Mutterhaus losgelöster Ansatz, sich in dieser völlig neuen und ganz anders funktionierenden Welt zu orientieren und zu bewähren. In den Kernbereichen „Smart Mobility“,“Prosumer“ und „digitale Geschäftsmodelle“ gilt es, sich rasch zu positionieren und entsprechend den Marktreaktionen weiter zu entwickeln. Nicht selten heißt das, aus lieb gewordenen Projekten wieder auszusteigen, weil sie – zumindest aktuell – einfach (noch) nicht angenommen werden.

Dabei ist das Thema „Netzwerken“ von ganz besonderer Bedeutung. Denn gerade in einem sich so rasch ändernden Umfeld ist es von nicht zu unterschätzendem Vorteil, wenn nicht jeder alles selbst erfinden muss – so Gerhard Günther.

Ganz in diesem Sinne beschlossen wir diese letzte spannende und wieder gut besuchte Veranstaltung des Jahres mit guten Gesprächen im Kreis der Mitglieder und ausgewählter Gäste.

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