Kärnten

Klein - Fein - Ambitioniert

Die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

15.06.2015

Im Mai wurde er für eine weitere Funktionsperiode – bis 2020 - in seinem Amt bestätigt. Anlass für das WdF, den Rektor der Alpen-Adria-Universität, Oliver Vitouch, zu einem Gespräch über seine Visionen und Pläne für die Uni einzuladen.

Vitouch fasste das bisher Geleistete, seit er 2012 die Stelle angetreten ist, zusammen: 25 % der Lehrstühle waren neu zu besetzen, die Betreuungsrelationen mussten verbessert werden, das Karl Popper Kolleg wurde ins Leben gerufen und der Entwicklungsverbund Süd-Ost für Lehramts-Studierende ist vorbereitet. Zwar stehen der Universität ab 2016 auch Mittel zur baulichen Sanierung der ältesten Gebäudeteile zur Verfügung, doch sind die Finanzen im Hochschulbereich generell ein heikles Thema. Ebenso wie die überbordende Bürokratie, die Masse an Berichten und Zahlenwerken, die dem zuständigen Ministerium geliefert werden muss. Würde hier nachgebessert, könnte vom zur Verfügung stehenden Geld mehr bei den Studierenden und in der Forschung ankommen.

Rektor Vitouch mit Vorstandsmitgliedern des WdF Kärnten (v.li.n.re. Oskar Seidler, Oliver Vitouch, Christian Ulbricht, Karl Podlipnig).
Rektor Vitouch mit Vorstandsmitgliedern des WdF Kärnten
(v.li.n.re. Oskar Seidler, Oliver Vitouch, Christian Ulbricht, Karl Podlipnig).

Wo Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts die Hochschule für Bildungswissenschaften als Einzelgebäude einsam auf der grünen Wiese stand, umgeben von Wäldern und Sumpfgebieten, hat sich heute ein lebendiger Stadtteil entwickelt. Die Universität und der Lakeside Science & Technology Park sollten zu einem Lakeside District zusammenwachsen. Ob das und die angestrebte wissenschaftliche Exzellenz, gemeinsam mit der sprichwörtlichen Kärntner Lebensqualität, Seen, Bergen und Sonnenschein, ausreicht, um künftig Kärntner Studierende hier zu halten beziehungsweise incomings anzuziehen, bleibt offen.
Vitouch will sich durch Spitze in den Forschungsstärkefeldern, eine qualitätsvolle Breite und kluge Kooperationen behaupten. Und schließlich geht es bei der „Ware“ Bildung um ein schwer greif- und vergleichbares Gut. Die Reputation einer Bildungsinstitution macht es aus, wie stark der Zustrom an Studierenden ausfällt. In den internationalen Rankings sind Österreichs Unis kaum vertreten, doch das sorgt den Rektor weniger, denn er hat eine sehr plausible Erklärung, warum eine kleine, junge Uni wie die AAU in diesem System eigentlich nicht punkten kann.

Die Universität Klagenfurt kann als Nischenplayer reüssieren und sich mit erstklassigen und markanten Inhalten in Forschung und Lehre hervortun. Und sie kann ihre regionale Position durch sinnvolle Kooperationen mit der Wirtschaft und den akademischen Bildungsstätten Fachhochschule und Pädagogische Hochschule stärken. Ob die Alpen-Adria-Universität eines Tages Österreichs „Stanford“ wird, steht noch offen. Angeblich braucht es ja 100 Jahre und das nötige Kleingeld dazu. 2020 feiert die Uni das 50-jährige Bestehen – ein Teil der Grundvoraussetzungen wäre dann schon erfüllt. Und für den Rest besteht immer noch Hoffnung.

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