Bund

„Meilensteine - 27 Jahre Berndorf nach Sanierung und MBO"

„Positive Unternehmensgeschichten müssen transportiert werden“, rät mit Norbert Zimmermann einer der profiliertesten Wirtschaftskapitäne Österreichs.

10.04.2015

Die früh aufgestandenen WdF-Mitglieder brachten den Europa-Saal an seine Kapazitätsgrenzen.
Zimmermann erzählte über die Erfolgsgeschichte der Berndorf AG und über die aktuelle Entwicklung der österreichischen Wirtschaft. Eine wachsende Wirtschaft braucht eine positive Stimmung, aber vor allem auch klare Strategien und klare Formulierungen der Zielsetzung.
Durchaus humorvoll berichtete Zimmermann über die Meilensteine der Sanierung des Unternehmens, warum er noch immer dabei ist und warum er nicht in die Politik gehen möchte.

1987 wurde der Sanierer mit einem Zwei-Jahres-Vertrag zu Berndorf beordert, wo er den Ansporn hatte,  "problemlos zu werden" und den Vorteil hatte, mit 100 % Ablehnung von jeder Verbindlichkeit entlastet worden zu sein. "Sie wissen ja gar nicht, wie befreiend das ist", blickte Zimmermann humorvoll auf die Zeit zurück, als über seinen Verbleib bei Berndorf Wetten abgeschlossen wurden. Das Vertrauen des Personals musste erst wiedergewonnen werden. Hierzu erwies sich der Werksarzt als Vertrauensmann und Bindeglied, der nach dem ersten Report - was Mitarbeiter belastet (Unfälle, Alkoholprobleme, Depressionen) -jährlich eine Diagnose des Unternehmens stellte. Daraus entwickelte sich die Unternehmenskultur und als 1988 Berndorf eine Mitarbeiterbeteiligung startete war dies eine kulturelle Revolution.

Auf die Frage, was Politiker besser machen könnten, meinte Zimmermann man solle eher Mitgefühl für die Minister entwickeln, die Wurzel des Problems wäre, dass es keiner recht macht. Im Wohlstandszyklus sieht der, 2005 im Bereich Wirtschaft zum Österreicher des Jahres gewählte Industrielle, den Kombinationspunkt bereits überschritten, die Aussichten für 2018 eher düster. "Es gibt keine Solidarität mehr" so der Senator der WU. "Ich habe kein Rezept wie man aus der Falle rauskommt, das müssen jetzt die Jungen schaffen!" Für diese ist es wichtig gute Storys zu hören und zu lesen, Unternehmensgeschichten müssen transportiert werden.

Mitverantwortlich für die Abwanderung der Unternehmen aus Österreich sieht Zimmermann die im österreichischen Gesetz verankerten 1.200 Arbeitsschutzmaßnahmen. Als positives Beispiel nannte er Kolumbien, wo alle Lohnnebenkosten auf 0 gestellt wurden und von den Unternehmen eine Abgabe von 9 % des Gewinns zur Finanzierung der Sozialversicherung einbehalten wird. "Das ist Reform!"

Unter anderem mit dabei waren:
Stefan Anderl (Deloitte Financial Advisory), Renate J. Danler (Renate Danler Consulting), Thomas Dittrich (REIWAG Facility Services), Maximilian Eiselsberg(Eiselsberg Rechtsanwälte), Johannes Ernst (Gneist Consulting Team), Christian Hafner(HASCH & PARTNER), Wolfgang Hammerer (WdF), Tanja Held (Manz´sche Verlag), ErichKandler (EKWP Wirtschaftsprüfung), Robert Kolm (Babak Gebäudetechnik), MartinKubat (Austria Card), Werner Müller (GRABNER INSTRUMENTS Messtechnik), Thomas J.Nagy (NAGY´s Kommunikation), Roman Nedwed (NEROM & Partner), Josef Reisel(Alstom Austria), Gerald Steger (café + co), Natascha Wilcek-Peske (Scheybal), AndreasWillenbacher (Willenbacher Advisory), Dietmar Wohltan (Funk International Austria) und Gerhard Zeilinger (Motel One Austria)

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