Kärnten

Top-Gespräch mit LR Gerhard KÖFER

Zerstörung von Volksvermögen

05.10.2016, 08:30 - 10:00 Uhr

Straßenbaureferent sieht schwarz für die Kärntner Infrastruktur

Im Oktober war Landesrat Gerhard Köfer Gast des WdF Kärnten. Im bereits traditionellen Frühstücksformat stellte der erfahrene Politprofi seine Analyse der politischen und wirtschaftlichen Lage des Bundeslands vor und diskutierte ausgiebig mit den WdF-Mitgliedern. Der langjährige Spittaler Bürgermeister und SPÖ-Politiker vertritt nun das „Team Kärnten“ in der Landesregierung und ist für die Referate Straßenbau und Fischereiwesen zuständig. Besonders das Straßenbaureferat leide unter völlig ungenügenden Budgetmitteln, so der Landesrat. Unter Vorgängerregierungen stand noch ein Dreifaches des Budgets zur Verfügung. Heute müsse man sich mit 17 Millionen Euro im Jahr begnügen, um die Lebensadern Kärntens, das leider bereits desolate Straßen- und Wegenetz, in Stand zu halten. „Es ist Zerstörung von Volksvermögen, wenn so ein geringer Betrag für die Erhaltung bereitgestellt wird. Viele Straßen, Brücken und Stützmauern entsprechen der Güteklasse vier oder fünf. Da bräuchte es schon 50 Millionen Euro im Jahr, um ordentliche Arbeit leisten zu können“. Mit Blick auf die politische Realität schätzt Köfer die Chancen auf mehr Geld für den Straßenbau allerdings als sehr gering ein. Man weigere sich an anderer Stelle öffentliche Gelder sparsam einzusetzen und bediene die jeweils eigene Klientel. Dabei bleibe sein Referat auf der Strecke, beklagt der Landesrat.
Überhaupt zeichnet Köfer den Zuhörern ein düsteres Bild der Kärntner Realität. Der Wunsch nach Machterhalt und der Blick auf die Landtagswahlen im Jahr 2018 mache die Politik unbeweglich, man greife unangenehme Themen nicht auf und verschweige dem Bürger, wie es im Land weitergehe, analysiert er. Ganz anders der Landesrat selbst. Er nimmt sich kaum ein Blatt vor den Mund und ist sich dessen bewusst, dadurch nicht “Everybody‘s Darling“ zu sein.

Großes Vertrauen in Unternehmen

Anders als gegenüber seinen politischen Mitbewerbern, hat Köfer für Kärntens Unternehmen viel Vertrauen und Zuversicht übrig. Obgleich es in Kärnten noch nie ein wirkliches in die Tiefe gehendes Sparpaket gegeben habe und die finanziellen Daumenschrauben seiner Einschätzung nach ab 2018 massiv angezogen würden, ist sich der Landesrat gewiss, dass die Finanzlage des Landes keine Auswirkungen auf die Unternehmen haben werde. „Denn die Unternehmen wissen schon, was sie machen“, konstatiert Köfer. Dass ein wirtschaftlich unattraktiver Standort in einem Hochsteuerland massive Auswirkungen auf dessen Unternehmen hat, spart er aus. Er glaube an die Stärken der Kärntner Betriebe. Optimistisch resümiert er, dass man alles schaffen könne, doch man werde sich eben besonders anstrengen müssen.

 

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