Bund

Wozu überhaupt noch Banken?

Österreichs Banken im Anpassungs- und Überlebens-Stress

26.09.2016, 18:00 - 21:00 Uhr

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Nach der Begrüßung durch FMVÖ-Vizepräsident Josef Redl, Gerhard Zeiner (Bundesvorsitzender des WdF), und FJF-Initiator Martin Kwauka, eröffnete Nationalbank Gouverneur Ewald Nowotny die Diskussionsrunde mit einem Eingangsreferat.  Als zukünftiges System für Österreich wünsche sich Nowotny die „pragmatische Universalbank“: Eine Bank, die für ihre Kunden entsprechende Bank-Dienstleistungen erbringe, das Investmentgeschäft aber bei zurückgefahrenem Risiko nur insoweit als notwendig betreibe und daher auch weniger Erträge erzielen könne.  „Damit die Banken aufgrund dieser permanenten Dy-namik nicht die Stahlindustrie der 2010er Jahre werden, muss man die hausgemachten Probleme seriös abarbeiten“, erklärte Nowotny.

Was Banken angesichts rasanter technologischer Veränderungen und großer Regularien dagegenhalten könnten, um ihre Rolle gegenüber Fintechs zu verteidigen, erläuterte WIFO Bankenexperte Franz Hahn. Die Dienstleistungen, die derzeit primär von Banken abgewickelt werden, würden laut Hahn weiterhin bestehen bleiben, doch ist er der Meinung, dass es Banken in der heutigen Form in 20 bis 40 Jahren nicht mehr geben werde. Das Problem der Banken beginne jetzt aufgrund der neuen Technologien.

Robert Zadrazil, Vorstandsvorsitzender UniCredit Bank Austria, bezeichnete die derzeitige Lage als große Chance und nicht nur als Herausforderung. Seiner Meinung nach werde es Banking auch weiterhin geben, es ginge eher um die Frage, ob man Banken brauche oder nicht.  Hierzu-lande habe der durchschnittliche Kunde jährlich ca. 80 Kontakte mit seiner Bank, wobei die Hälfte da-von bereits online oder mobil passiere. Man müsse daher den optimalen Mix finden, um geändertes Kundenverhalten darzustellen und diesem Verhalten Rechnung zu tragen.


Karl Sevelda, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bank International, ging auf die langfristige Zukunft von Banken ein. Diese lägen mit ihrem Image zwar ganz am Ende der Skala, aber der persönliche Kundenberater werde sehr wohl geschätzt.Der Konsument lege in hohem Ausmaß Wert auf Beratung und brauche sie auch. Allerdings ändere sich das Konsumentenverhalten, was beispielsweise bei Online- und Smart-Banking auch im Interesse der Bank selbst sei, denn man könne dadurch versuchen, Kostenprobleme in den Griff zu bekommen .


Die gesellschaftliche Rolle der Banken beleuchtete Bettina Fuhrmann (Leiterin des Instituts für Wirt-schaftspädagogik an der WU Wien). Vertrauen sei gerade im Geldwesen ganz wichtig, denn es könne nur funktionieren, wenn man Vertrauen hat, dass Geld einen gewissen Wert hat und diesen, wenn man es anlegt, in nächster Zeit auch behalten werde.  „Da Konsumenten trotz ihres Unwissens finanzielle Dinge ordnen müssen, könne künftig derjenige gewinnen, der sich als kompetenter Partner präsentiert. Welcher Institution gegenüber hab ich das Vertrauen, dass meine Geldangelegenheiten kompetent und vertrauensvoll abgewickelt werden?“

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion luden die Oesterreichische Nationalbank, der Finanz-Marketing Verband Österreich und das Wirtschaftsforum der Führungskräfte zu Getränken und zu einem Imbiss ein.

Unter anderem mit dabei waren: Nicolai Descovich (IBM Österreich Gesellschaft m.b.H.), Johann Donabauer (Cimbria Heid GmbH), Josef Fellner Fellner (Gärtner u. Florist GmbH), Petra Grell-Kunzinger (Österreichische Post AG), Franz Helmut Grohs (T-Systems Austria GesmbH), Peter Gsottbauer (UniCredit Bank Austria), Christian Hafner (HASCH & PARTNER Anwaltsgesellschaft mbH), Thomas Hofer (BKS Bank AG), Andrea Hollander (Österreichisches Siedlungswerk gemeinnützige Wohnungs AG), Robert Peter Horacek (Wiener Rotes Kreuz), Raimund Hütter (Allianz Elementar Versicherungs AG),Franz Jahn (Hypo Oberösterreich), Brigitta John (Risk Management Association), Michael Kaiser (Technische Universität Wien), Dietmar Kotras (CSC Austria, Eastern Europe & Turkey),Robert Kremlicka (A.T.Kearney GmbH), Hannes Mattes (TEGEA Real Estate GmbH),Peter Payer (Wirtschaftsanwalt), Marco Porak (IBM Österreich GmbH), Leopold Rösler (EGE - Einkaufsgen. Österreichischer Elektrizitätswerke), Franz Schöbitz (AQUI Technisches Büro), Gerhard Siegl (Gas Connect Austria GmbH), Josef Sieß (EUSPUG), Engelbert Stritzl (EST Solutions GmbH) und Wolfgang Tupy (Kromberg & Schubert Austria GmbH & Co.KG

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