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Rückblick: Frauenpower bei der Polizei

Rückblick: Frauenpower bei der Polizei

Veranstaltungsdatum und -zeit:
22 Oktober 2025
18:00 Uhr

Bregenz, 22. Oktober 2025 – Rund 20 interessierte Mitglieder des Wirtschaftsforums der Führungskräfte Vorarlberg (WdF) folgten der Einladung zu einem bemerkenswert offenen Abendgespräch über weibliche Führung in Uniform. Unter dem Titel „Vom Streifendienst zur Direktion: Frauenpower bei der Polizei“ sprach Mag.a Uta Bachmann, Landespolizeidirektorin von Vorarlberg, mit WdF‑Vorstandsmitglied Sabine Tichy‑Treimel über ihren Werdegang, ihre Führungsphilosophie und über die Veränderungen innerhalb eines hierarchisch organisierten Systems.

„Polizistin war immer mein Kindheitstraum“

Mit Offenheit und feinem Humor erzählte Uta Bachmann, dass ihre Eltern „entsetzt“ gewesen seien, als sie sich nach dem Jus-Studium bei der Polizei bewarb. Heute leitet sie als Landespolizeidirektorin eine Organisation mit über 1.100 Mitarbeiter:innen und prägt dort eine neue Führungskultur. Nach Stationen im Streifendienst, im Kriminaldienst, in der Sicherheitsdirektion und im Verfassungsschutz übernahm sie 2024 die Leitung der Landespolizeidirektion Vorarlberg.

Führung mit Verhältnismäßigkeit und Menschlichkeit

Bachmann vermittelte ein klares Führungsverständnis, geprägt von Kommunikation, Transparenz und Verhältnismäßigkeit. „Wir vollziehen Gesetze – aber immer mit Blick auf den Menschen dahinter“, betonte sie. Ihre Art zu führen ist achtsam, zugleich konsequent: Sie besucht regelmäßig unangemeldet Polizeiinspektionen, trinkt Kaffee mit Mitarbeiter:innen, hört zu – „denn nur wer hinhört, versteht, was im Alltag wirklich zählt“.

Weibliche Führung im Wandel

„Die Polizei wird weiblicher – und das ist gut so“, stellte Bachmann fest. In Vorarlberg werden derzeit fünf der 28 Polizeiinspektionen von Frauen geleitet, drei Offizierinnen und zwei Akademikerinnen sind auf oberster Führungsebene tätig. Weibliche Führung bringe, so Bachmann, „neue Kommunikationsformen, mehr Teamorientierung und weniger Machtsymbole“.

Gleichzeitig sind die Belastungen hoch: Bürokratie, gesellschaftlicher Druck und zunehmende Aggression gegenüber Einsatzkräften gehören zum Alltag. Maßnahmen wie Body Worn Cameras (BWC) oder verstärkte Deeskalationstrainings fördern Sicherheit und Vertrauen – für beide Seiten.

Führung als Mensch bleiben

Trotz anspruchsvollem Terminkalender bleibt Bachmann geerdet: Energie schöpft sie beim Badminton, Skifahren oder beim Lesen von Krimis. „Ich bin ein stabiler Mensch“, sagt sie mit einem Lächeln – bodenständig und klar, wie man sie während des gesamten Abends erlebt.

Der Abend machte eindrucksvoll sichtbar, dass Führung in Uniform mehr ist als Kommando und Kontrolle: Sie lebt von Empathie, Haltung und Dialogbereitschaft.

Fazit: Das WdF Vorarlberg bot mit dieser Veranstaltung einen tiefen Einblick in eine Organisation im Wandel – und zeigte, dass Frauenpower in Uniform kein Schlagwort, sondern gelebte Realität in Vorarlberg ist.

Programm

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