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Podiumsdiskussion “Arbeit NEU”

Podiumsdiskussion “Arbeit NEU”

Veranstaltungsdatum und -zeit:
17 Mai 2023
17:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Seeparkhotel, Raum Carinthia, Universitätsstraße 104 9020 Klagenfurt

Arbeitsmarkt neu gedacht – Integration am Arbeitsplatz

Die Suche nach MitarbeiterInnen dominiert mehr denn je die Unternehmenswelt. Was soll daher getan werden um dagegen anzukämpfen und wie kann sich Kärnten im Bemühen um qualifizierte Arbeitskräfte behaupten? Das war die große Fragestellung bei einer hochkarätigen Podiumsdiskussion, veranstaltet vom Wirtschaftsforum der Führungskräfte im Hotel Seepark in Klagenfurt.

Die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion Dr. Claudia Mischensky – Geschäftsführerin der IV Kärnten, Dir. Horst Krainz MAS – Geschäftsführer Hilfswerk Kärnten, Mag. Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer AMS Kärnten und Mag. Peter Weidinger – Nationalratsabgeordneter ÖVP waren sich rasch einig: Kärnten hat große Chancen diesem Arbeitskräftemangel entgegen zu wirken. Dies einerseits durch die hohe Lebensqualität, andererseits durch die künftige Koralmbahn, welche von einem Tag auf den anderen rund 1,1 Millionen Menschen mit einer Fahrtzeit von unter einer Stunde verbindet.

Eines wurde jedoch auch rasch klar: Es bedarf nicht nur der Eigeninitiative von Einzelnen, sondern einer guten Vernetzung und ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von Unternehmen, Interessensvertretungen, Infrastruktureinrichtungen und der Politik. In der Aufnahme qualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten wird für viele Branchen eine große Chance gesehen. So ist es zum Beispiel qualifizierten Asylwerbern oft unmöglich, in den Job einzusteigen für den sie eine gute Ausbildung mitbringen. Gesetzliche Vorgaben, wie Nostrifizierung und Anerkennung der jeweiligen Ausbildung sind häufig nicht gegeben.

Dr. Claudia Mischensky als Vertreterin der Industrie erläuterte, dass nur die rasche Besetzung offener Stellen, ein notwendiges Wachstum der Wirtschaft sicherstellen kann. Das Bewerbungsverhalten von potentiellen MitarbeiterInnen hat sich maßgeblich geändert. Zwischenzeitlich haben UnternehmerInnen bereits das Gefühl, dass sie sich bei den Jobsuchenden bewerben müssen und nicht umgekehrt. Demnach müssen auch die Unternehmen Ihre Ausschreibungen an die Bedürfnisse der potenziellen BewerberInnen anpassen. Hinsichtlich der Einstellung von qualifizierten BewerberInnen mit Migrationshintergrund muss in Richtung „double-career-package“ gedacht werden. Wenn jemand mit Familie ins Land kommt, muss auch gewährleistet sein, dass der/die PartnerIn eine berufliche Zukunftschance hat.

 

 

Lt. Direktor Horst Krainz, MAS vom Hilfswerk Kärnten ist gerade im Pflegebereich ein massiver Fachkräftemangel vorherrschend. Dazu kommt, dass sich die Einstellung neuer MitarbeiterInnen in Bezug auf die sogenannte Work-Life-Balance entscheidend verändert hat. Auch nimmt der administrative Aufwand stetig zu und bindet damit mehr und mehr wertvolle Pflegezeit. Hier könnte lt. Krainz eine Digitalisierungsoffensive im Pflegebereich helfen. Gerade im Pflegebereich sind Anerkennungsbeschränkungen von im Ausland erworbenen Qualifikationen sehr groß. Viele qualifizierte Pflegekräfte bevorzugen daher die Arbeit in anderen EU-Ländern. Dies auch, weil das Erlernen der deutschen Sprache eine große Herausforderung darstellt und das Angebot zum Deutsch-Lernen stark ausgebaut werden muss.

 

 

 

Der Arbeitsmarkt in Österreich sei „ausgetrocknet“. Das sei kein Geheimnis lt. Mag. Wedenig vom AMS. Er könne sich daher durchaus vorstellen, dass künftig auch die Personalsuche neu gedacht werden muss. Es sei denkbar, dass in Zukunft, unabhängig vom eigentlich erlernten Beruf, eher nach Kompetenzen bzw. Fähigkeiten gesucht wird. Auch sei er davon überzeugt, dass wir uns nun in einer grundsätzlichen Phase der Veränderung befinden und künftige Lösungen nur mit langfristigen Strategien bewältigt werden können. Lt. Mag. Wedenig erschweren politische Entscheidungen und Entwicklungen die Integration von Asylwerbern am Arbeitsmarkt.

 

 

 

 

Die Wunschliste an Nationalratsabgeordneten Mag. Weidinger war daher lange, denn der Politik kommt zur Lösung des Arbeitskräftemangels eine entscheidende Rolle zu. Die Verbesserung von steuerlichen Rahmbedingungen, höhere Flexibilität bei Arbeitszeiten und die Verringerung von Qualifikationsanforderungen bei ausländischen Fachkräften, waren nur einige der vielen Wünsche, die Weidinger zurück in den Nationalrat nach Wien mitgegeben wurden. Für den Nationalratsabgeordneten bedarf es vor allem einer gemeinsamen Bewusstseinsbildung und einer breiten Diskussion in der Öffentlichkeit. Dies würde den Druck auf die Politik erhöhen. Derartige Veranstaltungen wie jene des Wirtschaftsforum der Führungskräfte Kärnten seien daher besonders wichtig.

 

Zur Lösung der Problematik könnte auch eine leichtere Integration von jenen asylwerbenden Fachkräften helfen, die bereits im Land sind und noch keine Arbeitserlaubnis haben. Als besondere Hürden gelten dabei die Erlangung der Rot-Weiß-Rot Karte, das Erlernen der deutschen Sprache und das kulturelle Onboarding. Auch hier sei daher großer Handlungsbedarf, um die Integration von qualifizierten Arbeitskräften zu erleichtern und deren Potenzial zu nutzen.

Für Dr. Hans Hueter, Landesvorsitzender des Wirtschaftsforum der Führungskräfte in Kärnten war zusammenfassend klar, dass die Lösung der Arbeitskräftesituation in Kärnten machbar ist, die Zusammenarbeit aller Beteiligten aber entscheidend sein wird. Dies auch über Parteigrenzen und eingefahrene Handlungsmuster hinweg.

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