Das TOP‑Frühstücksgespräch mit Landesrat Mag. Peter Reichmann in der Galerie de La Tour bot einen vielschichtigen Einblick in seine Führungsphilosophie und die zentralen Themen seines Referats. Bereits zu Beginn wurde deutlich, wie stark sein Leadership‑Ansatz vom PERMA‑Lead‑Modell geprägt ist. Er beschrieb, wie wichtig ihm intrinsische Motivation, eine positive Grundhaltung und das bewusste Schaffen von Gemeinschaft sind – insbesondere vor dem Hintergrund einer zuvor zersplitterten Abteilungsstruktur. Ein diverses Team sieht er als Herausforderung und zugleich als Chance, wenn es gelingt, flache Hierarchien zu leben, Vertrauen aufzubauen und ein authentisches Miteinander zu fördern. Stärkenorientierung spielt dabei eine zentrale Rolle: Stärken können zu Exzellenz wachsen, während Schwächen meist nur zu Durchschnitt führen. Eine Kultur des Lobes, das Feiern von Erfolgen und klare Verbindlichkeit im täglichen Tun bilden für ihn die Basis eines Teams, das sein Mindset aktiv mitgestaltet und trägt. Teambuilding findet daher bewusst vor dem operativen Start eines Referats statt.

Im inhaltlichen Teil seines Referats widmete sich Reichmann zunächst dem Bereich Bildung. Die Weiterentwicklung der Elementarpädagogik sieht er als entscheidenden Hebel, um langfristig Fachkräfte zu gewinnen. Der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten und die finanzielle Leistbarkeit durch Fördermodelle seien dafür unerlässlich. Gleichzeitig müsse Wissen aus der Elementarpädagogik stärker ins Schulwesen einfließen, wofür ein intensiver Austausch zwischen den Einrichtungen notwendig sei. Digitalisierung soll dabei als unterstützendes Werkzeug dienen. Besonders wichtig ist ihm eine konsequente Stärkenorientierung im Schulsystem, sodass Kinder und Jugendliche jene Bildungswege wählen können, die ihren Talenten entsprechen – etwa durch eine stärkere Verankerung von MINT‑Schwerpunkten. Auch im tertiären Bereich sieht er große Dynamik: Die Fachhochschulen haben ihre Forschung deutlich ausgebaut, bürokratische Hürden sollen weiter reduziert werden, und die Universität Klagenfurt befindet sich in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess, der auch neue Studiengänge umfasst.
Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe betonte Reichmann die Bedeutung eines professionellen Krisenmanagements. Missstände müssen rasch erkannt und behoben werden, gleichzeitig soll eine konstruktive Lernkultur etabliert werden, die Qualitätsstandards stärkt und langfristig absichert.
Der dritte Themenblock umfasste Familie, Jugend, Senioren und lebenslanges Lernen. Reichmann unterstrich, dass Talente über alle Lebensphasen hinweg gestärkt werden müssen. Für Jugendliche sei die Unterstützung durch Eltern und Freundeskreis besonders prägend, während Bildung auch auf informellen Wegen stattfindet. Angebote wie der Bildungsbonus für Seniorinnen und Senioren, vielfältige Erwachsenenbildungsprogramme oder die Familienkarte tragen dazu bei, allen Menschen gleiche Chancen und einen niederschwelligen Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Sein übergeordneter Leitsatz lautet, Kommunikation, Kooperation, kritisches Hinterfragen und Kreativität als Grundkompetenzen zu vermitteln.
Das Frühstücksgespräch machte deutlich, wie eng moderne Führung, Bildungsentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind. Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Impulse mit – sowohl für ihre eigene Führungsarbeit als auch für den Blick auf die zukünftigen Herausforderungen im Bildungs- und Sozialbereich.




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