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Nachbericht: TOP Frühstücksgespräch mit LRin Marika Lagger-Pöllinger

Nachbericht: TOP Frühstücksgespräch mit LRin Marika Lagger-Pöllinger

Veranstaltungsdatum und -zeit:
29 September 2026
08:30 Uhr

Beim Frühstücksgespräch gab Landesrätin Mag. Marika Lagger‑Pöllinger einen umfassenden Einblick in die Breite ihrer Verantwortungsbereiche – von Klima-, Natur- und Umweltschutz über Parke, Abfallwirtschaft und Wasserrecht bis hin zur Schutz- und Siedlungswasserwirtschaft, Hydrografie, Frauen- und Gleichstellungspolitik sowie dem kommunalen Bauen und der Baukultur.

Politisches Selbstverständnis

Lagger‑Pöllinger betonte, wie wichtig es ihr ist, die Sichtweisen aller Beteiligten zu verstehen und Diskussionen auf Augenhöhe zu führen. Politik sei immer ein Kompromiss – „einfach kann jeder“, aber tragfähige Lösungen entstehen erst durch das Abwägen unterschiedlicher Interessen.

Klimafitte und regionale Wertschöpfung

Angesichts der großen und komplexen Referate setzt sie auf pragmatische, ökologisch verantwortbare Entscheidungen. Wertschöpfung im eigenen Land halten, ohne ökologische Standards zu vernachlässigen. Klimafittes Bauen als Zukunftsaufgabe. Nachhaltigkeit bedeute, heute in Umwelt und Infrastruktur zu investieren, um morgen Kosten zu sparen. Klagenfurt nimmt als einzige Stadt Österreichs am EU‑Programm „Moves Forward“ teil – ein Beispiel für langfristig gedachte Nachhaltigkeit.

Herausforderungen der Gemeinden

Lagger‑Pöllinger skizzierte die strukturellen Spannungen zwischen Wohn- und Arbeitsgemeinden:

  • Viele Menschen wohnen in einer Gemeinde, arbeiten aber in einer anderen.
  • Die Kommunalsteuer fließt dorthin, wo die Betriebe sitzen – nicht dorthin, wo die Infrastruktur für das tägliche Leben bereitgestellt werden muss.
  • Wohnsitzgemeinden tragen hohe Kosten für Kinderbetreuung, Nahversorgung, Freizeit- und Grünräume, verfügen aber oft über geringe Budgets.

Als Lösungsansätze nannte sie:

  • Interkommunale Einnahmenmodelle oder eine neue Verteilung der Kommunalsteuer.
  • Regionale Bündelung von Ausgaben – etwa gemeinsame Abfallwirtschaft, Lagerstrukturen oder Verwaltungskooperationen.
  • Gemeinsame Infrastrukturplanung, um Ortskerne zu stärken und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden.

Das größte Hindernis: Gemeinden mit hohen Einnahmen tun sich schwer, Mittel abzugeben – obwohl es für die regionale Entwicklung notwendig wäre.

Bürokratieabbau & Beschleunigung von Verfahren

Ein weiterer Schwerpunkt war die Notwendigkeit, interne Prozesse zu modernisieren. Beispiele:

  • Beurteilungsverfahren für Windkraft- oder Wasserkraftanlagen dauern oft zu lange.
  • Beschleunigung und klare Zuständigkeiten seien entscheidend, um Energiewende und Infrastrukturprojekte voranzubringen.

Frauen & Gleichstellung

Im Bereich Gleichstellung formulierte Lagger‑Pöllinger klare Prioritäten:

  • Mehr Frauen in die Politik holen.
  • Frauen nach der Karenz gezielt zurückholen, um Altersarmut zu verhindern.
  • Flexible Modelle wie Homeoffice und verlässliche Betreuung seien dafür essenziell.
  • Kinderbetreuung ausbauen, um Vereinbarkeit zu ermöglichen.
  • Bewusstseinsbildung in Medien, sozialen Netzwerken und Bildungseinrichtungen.
  • Gesundheit stärken, damit Menschen überhaupt bis zur Pension arbeiten können – eine reine Erhöhung des Pensionsalters löse das Problem nicht.

Fazit

Das Gespräch zeigte die enorme Breite der Themen, die Landesrätin Lagger‑Pöllinger verantwortet. Ihr Zugang ist geprägt von Pragmatismus, Nachhaltigkeit und dem Anspruch, regionale Wertschöpfung, ökologische Verantwortung und soziale Fairness miteinander zu verbinden. Besonders deutlich wurde, wie stark die Zukunft der Gemeinden von Kooperation, effizienter Verwaltung und einer modernen Gleichstellungspolitik abhängt.

 

Programm

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