
Der WdF-Neujahrsempfang beleuchtete mit drastischen Wachstumszahlen (USA +67 %, China +88 %, Europa +18 % in 10 Jahren) Europas „Hände falten, Goschen halten“-Kultur und die Verwaltung des Stillstands, so Sanierer Kurt Hänsler. IV-Präsident Elmar Hartmann warnte zudem vor einer „Deindustrialisierung in Echtzeit“ und forderte konkrete Umsetzung statt abstrakter Strategien.
Mit dem Motto „Von der Strategie zur Taktik“ diskutierten daraufhin rund 65 Teilnehmer von WdF und Junger Wirtschaft im Terminal V in Lauterach mit Landesrat Mag. Marco Tittler über die Rahmenbedingungen für Vorarlbergs Industrie und die Vision eines „Tech Valley Vorarlberg“.
Um es vorwegzunehmen: Marco Tittler hat an diesem Abend geliefert. Die Politik wurde greifbar, gerade weil der Landesrat keine leeren Versprechen machte, die er ohnehin nicht halten kann. Mit fundierten Zahlen zu Vergleichsregionen legte er offen, wie sehr Europa wirtschaftlich unter Druck steht, zeigte aber auch auf, wo Vorarlberg trotz dieser widrigen Umstände noch Stärke beweist.
Dennoch war die Stimmung im Raum von einer spürbaren Ungeduld geprägt. Viele Unternehmen haben das Gefühl: „Wir sitzen im Gatsch und plätschern herum.“ Sollen wir diese Stagnation einfach hinnehmen, nur weil die Weltwirtschaft mit Kriegen an mehreren Fronten beschäftigt ist?
Ein kritischer Punkt der Diskussion war die von Land und Wirtschaftskammer unterstützte Startup-Initiative. Viele Unternehmer vor Ort empfinden sie eher als Beschäftigungstherapie für Werbe- und Marketingagenturen, die etablierte Akteure vor den Kopf stößt, anstatt echte Startups vor den Vorhang zu holen, die unseren Karren wirklich aus dem Dreck ziehen könnten. Hier bewahrheitete sich Hänslers Warnung vom Jahresbeginn: Aufbruch ohne Verpflichtung bleibt reines Marketing.
Unsere DNA nutzen: Chancen in der Energie- und Technologiewende Doch wo liegen unsere echten Hebel? Ein Sektor, in dem trotz einiger Insolvenzen immer noch spürbarer Drive und Potenzial für Neugründungen steckt, ist die regenerative Energiewirtschaft. Dieser Bereich ist für uns Vorarlberger geradezu prädestiniert: Unsere tiefe kulturelle und historische Prägung, die von „Verschwendung reduzieren“ bis hin zum „Sparen“ reicht, ist das ideale Mindset für nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften. Wir sehen täglich, welch großartige Innovationen in diesem Feld in unseren heimischen Betrieben passieren. Hier gilt es, neue Freiräume zu schaffen, um die Vorarlberger Wirtschaft wieder zum Glänzen zu bringen.
Rahmenbedingungen forcieren Um ein echtes „Tech Valley“ zu werden, darf die Politik nicht außen vor gelassen werden. Es braucht radikale Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen, um der Industrie wieder Luft zum Atmen zu geben:
Tun ist angesagt! Wir können uns nicht länger darauf ausruhen, dass andere es auch nicht besser machen. TUN ist angesagt und sicherlich auch gewollt. Die Leitfrage von Kurt Hänsler bleibt unser ständiger Begleiter: Sind wir Gestalter oder Verwalter? Der Abend hat gezeigt, dass die Führungskräfte in Vorarlberg bereit sind, anzupacken.
Ein großes Dankeschön an Markus Ruppitsch (WdF) und Alexander Deuring (Junge Wirtschaft) für die pointierte Einführung, an Marco Tittler für den ehrlichen Austausch und an HEFEL Wohnbau, die uns im Terminal V getreu unserem Motto wieder einen Raum für echte Begegnung geöffnet hat.
Hier shet ihr alle Fotos von der Veranstaltung
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Wie seht ihr die aktuellen Rahmenbedingungen? Wo spürt ihr im Unternehmensalltag am meisten „Gatsch“, und wo seht ihr die größten Hebel für Vorarlberg? Diskutiert mit uns in den Kommentaren!








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